Arzneimittelversorgung und Arzneimitteltherapiesicherheit in Zahlen

Arzneimittelversorgung und Arzneimitteltherapiesicherheit in Zahlen

Nachfolgend finden Sie schwindelerregend viele Zahlen rund um das Thema Arzneimittel und Arzneimitteleinnahme(schwierigkeiten):

 

20.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). (Quelle: Elsevier 2016)

25.000 bis 58.000 Menschen sterben jährlich aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW). (Quelle: Süddeutsche)

50% der Versicherten über 65 erhalten 6 oder mehr Medikamente. (Quelle: Elsevier 2016)

20% der Versicherten erhalten 9 oder mehr Medikamente. (Quelle: Elsevier 2016)

15% der Versicherten über 65 erhalten potentiell inadäquate Medikamente. (Quelle: Elsevier 2016)

6,5% der Krankenhaus-Einweisungen werden jährlich durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) verursacht. 63% dieser Einweisungen sind vermeidbar. (Quelle: Elsevier 2016)

1 % der Krankenhaus-Einweisungen werden durch Wechselwirkungen verursacht. (Quelle: Elsevier 2016)

= 1,2 Millionen Krankenhauseinweisungen durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Arzneimittelwechselwirkungen jährlich. (Quelle: Elsevier 2016)

17% bzw. jede 6. Frau zwischen 20 und 44 Jahren wird ungewollt schwanger. 52 Prozent davon trotz Pille. Man vermutet, es lagen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und/oder Anwendungsfehler vor. (Quelle: T-Online)

Jedes 5. Medikament kann – wie es heißt – „die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen“. (Quelle: Prof. Gilbert Schönfelder, Professor Charité Berlin, Deutschlandradio)

20.921 Apotheken in Deutschland (Quelle: ABDA 2013)

1960 = 16 Apotheken in Deutschland pro 100 000 Einwohner. (Quelle: Brandeins)

2013 = 26 Apotheken in Deutschland pro 100 000 Einwohner. (Quelle: Brandeins)

3.800 Einwohner versorgt eine deutsche Apotheke mit Arzneimitteln. (Quelle: Brandeins)

9.700 Einwohner versorgt eine niederländische Apotheke mit Arzneimitteln. (Quelle: Brandeins 2006)

17.200 Einwohner versorgt eine dänische Apotheke mit Arzneimitteln. (Quelle: Brandeins)

1.819 Wirkstoffe gibt es in Deutschland, plus circa 45 neue jedes Jahr. (Quelle: Süddeutsche 2010)

100.566 zugelassene Arzneimittel gibt es in Deutschland. (Quelle: Brandeins)

19.491 verschreibungspflichtige Arzneimittel gibt es in Deutschland. (Quelle: Süddeutsche 2010)

26 Milliarden Tagesrationen unterschiedlichster Medikamente wurden im Jahr 2004 in Deutschland von Ärzten verordnet. (Quelle: Brandeins)

38 Milliarden Tagesrationen unterschiedlichster Medikamente wurden im Jahr 2013 in Deutschland von Ärzten verordnet. (Quelle: Brandeins)

235,5 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2004. (Quelle: Brandeins)

314,9 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben in Deutschland im Jahr 2013. (Quelle: Brandeins)

677 Millionen ärztliche Verordnungen für Therapien von Kassenpatienten in 2009. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

95 Prozent davon für Medikamente, bspw.:

— 37 Millionen Schmerzmittel

— 35 Millionen Antirheumatika

— 27 Millionen Säurepuffer für den Magen (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

30 Millarden Euro haben Krankenkassen für Medikamente in 2009 übernommen. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

>80% des Umsatzes einer Apotheke wird durch ärztliche Verordnungen erzielt (Quelle: AGVR, 2013, S.6)

2 Ärzte braucht eine Apotheke durchschnittlich in der Nähe, um überleben zu können. (Quelle: Brandeins 2006)

Jedes 5. Medikament wird nicht vorschriftsmäßig eingenommen. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

40 Prozent der Antidepressiva werden gar nicht eingenommen. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

50 Prozent der Blutdrucksenker werden gar nicht eingenommen. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

Jede 4. Klinikeinweisung erfolgt aufgrund falscher Arzneimitteleinnahme. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

4 Prozent der Patienten in der Inneren Medizin werden allein wegen gefährlicher Nebenwirkungen und Wechselwirkungen aufgenommen – in Deutschland führt dies zu rund 88.000 Krankenhauseinweisungen und Kosten von 400 Millionen Euro jährlich. (Quelle: Süddeutsche)

12 verschiedene Medikamente nehmen internistische Patienten im Durchschnitt ein. (Quelle: Süddeutsche)

2,1 Milliarden Euro Einsparungen realisierten die Krankenkassen aufgrund von Arzneimittel-Rabattverträgen in 2012. (Quelle: DAZ 2014)

2,8 Milliarden Euro Einsparungen realisierten die Krankenkassen aufgrund von Arzneimittel-Rabattverträgen in 2013. (Quelle: DAZ 2014)

10-20 Milliarden Euro kostet Non-Compliance die Krankenversicherungen jährlich. (Quelle: Pharmazeutische Zeitung: Non-Compliance als gesundheitspolitische Nebenwirkung – Demoskopie und Problemanalyse am Beispiel der Rabattverträge)

4000 Tonnen Arzneimittelmüll entstehen jährlich in Deutschland durch nicht eingenommen Arzneimittel. Dies beläuft sich auf 4 Milliarden Euro Kosten und einer enormen Ressourcenverschwendung. (Quelle: Pharmazeutische Zeitung: Non-Compliance als gesundheitspolitische Nebenwirkung – Demoskopie und Problemanalyse am Beispiel der Rabattverträge)

8.100 Tonnen potenziell umweltrelevanter Arzneimittel-Wirkstoffe werden in Deutschland pro Jahr in der Humanmedizin verwendet, die insgesamt etwa 1.500 verschiedene Wirkstoffe repräsentieren. (Quelle: Umweltbundesamt)

Ca. 150 verschiedene Arzneimittel-Wirkstoffe wurden bislang in der Umwelt, vor allem in Gewässern, nachgewiesen. Hier werden für viele Wirkstoffe regelmäßig Konzentrationen im Bereich von 0,1 bis 1 Mikrogramm pro Liter, in seltenen Fällen aber auch von mehreren Mikrogramm pro Liter gemessen. Auch im Trinkwasser gibt es vereinzelt Spuren von Arzneimitteln.(Quelle: Umweltbundesamt)

17α-Ethinylestradiol (EE2) = Wirkstoff der Anti-Baby-Pille. „Er beeinträchtigt bereits im sehr niedrigen Nanogramm/Liter-Bereich die Reproduktion von Fischen nachhaltig. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen: Das Schmerzmittel Diclofenac schädigt bei Fischen innere Organe wie Leber und Niere; die häufig verwendeten Antibiotika töten nicht nur Bakterien sondern hemmen oft auch das Wachstum von Algen und Pflanzen.“ (Quelle: Umweltbundesamt)

Ab 5 Wirkstoffen kann keiner mehr Krankheitssymptome und Nebenwirkungen auseinander halten. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

Auf 225 Milliarden Euro bzw. 3600 Euro pro Arbeitnehmer jährlich beläuft sich der Wertschöpfungsausfall durch Krankheit in Deutschland. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

Von 80 Patienten mit Reizdarm ging es 59 Prozent allein deshalb besser, weil ein sympathischer Arzt ihnen ausführlich erklärt hatte, dass Placebos immer zu einem gewissen Prozentsatz wirkten, und man könne das deshalb ja einmal ausprobieren. Bei den Nicht-Informierten, die annahmen, sie schluckten „echte“ Pillen, betrug der „normale“ Placeboeffekt nur 35 Prozent. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

Circa 70 Prozent der Krankheitskosten in Industriestaaten entstehen durch chronische Leiden. (Quelle: GEO, Die neue Heilkunst, 2011)

12 € circa Rohertrag für die Apotheke pro verordnetem Medikament (Gesetzliche Krankenkassen) (Quelle: Herzog, R. 2013)

13-14 € circa Rohertrag für die Apotheke pro verordnetem Medikament durch (Private Krankenkassen) (Quelle: Herzog, R. 2013)

3-4 € circa Rohertrag für Freiwahlartikel/Over-the-Counter (OTC) bei einem Bonumsatz von 10€ (Quelle: Herzog, R. 2013)

1,355 Millionen verkaufte Arzneimittelpackungen und ein Apotheken-Gesamtumsatz von 42,6 Mrd. Euro in 2012. (Quelle: ABDA)

26,9 Milliarden Euro Nettoumsatz der öffentlichen Apotheken in Deutschland im Jahr 2000. (Quelle: Brandeins)

39,9 Milliarden Euro Nettoumsatz der öffentlichen Apotheken in Deutschland im Jahr 2010. (Quelle: Brandeins)

Für 52 Prozent der Konsumenten ist der Drogeriemarkt bereits heute der bevorzugte Ort zum Kauf rezeptfreier Medikamente. Es gibt Hinweise darauf, dass Apotheken und der pharmazeutische Großhandel die Drogerien und damit den Massenmarkt missbräuchlich mit der von den pharmazeutischen Herstellern als apothekenexklusiv deklarierten Ware beliefern. (Quelle: Müller, A. (2010))

40 Prozent der Verbraucher schätzen rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke als qualitativ hochwertiger ein. (Quelle: Apotheke adhoc 2010, Springer Medizin 2013)

98% der Kunden erachten die Apotheke vor Ort in dringenden Fällen als unverzichtbar. (Quelle: ABDA, 2013 (1) zit. nach IfH (2012), Reader’s Digest (2012), Allensbach (2008), IFAK (2011))

87% der Apothekenkunden haben ein hohes Vertrauen in die Apotheker. (Quelle: ABDA, 2013 (1) zit. nach IfH (2012), Reader’s Digest (2012), Allensbach (2008), IFAK (2011))

82% der Apothekenkunden bewerten die Servicequalitäten der Apotheker als gut und küren sie zu den besten Dienstleistern Deutschlands. (Quelle: ABDA, 2013 (1) zit. nach IfH (2012), Reader’s Digest (2012), Allensbach (2008), IFAK (2011))

72 Prozent der Apothekenkunden gehen bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden zuerst in die Apotheke.

90 Prozent der Apothekenkunden empfinden die Preise in Apotheken als zu hoch. (Quelle: Sempora Studie, Springer Medizin 2013)

65 Prozent der Apotheker gehen davon aus, dass der Beratungs- und Servicegrad in der Apotheke in Zukunft weiter steigen wird. (Quelle: Springer Medizin 2013)

Etwa 80% der Kunden, die mit einem Rezept in die Apotheke kommen, verlassen diese auch nur mit dem verordneten Medikament.

45% sagen, Sie würden mehr Geld ausgeben, wenn sie gemäß ihren Bedürfnissen in der Apotheke beraten würden.

2/3 würden mehr kaufen, wenn es ihnen überhaupt angeboten würde.

Für 49.900 Produkte sind in der MedikaDat Ltd. Pharmazeutische Informationssysteme Beratungshinweise enthalten. (Quelle: Medikadat)

250 CME (Continuing Medical Education) Fortbildungspunkte müssen Ärzte innerhalb von 5 Jahren sammeln. Apotheker sammeln freiwillig Punkte, genaue Zahlen zu den freiwillig gesammelten Punkten sind unbekannt.

48.422 Apotheker/innen (Quelle: ABDA 2014)

1.462 Pharmazeuten im Praktikum (Quelle: ABDA 2014)

7.193 Pharmazieingenieure bzw. Apothekerassistenten (Quelle: ABDA 2014)

58.368 Pharmazeutisch-technische Assistenten (Quelle: ABDA 2014)

33.269 Pharmazeutisch-kaufmännisch Angestellte (Quelle: ABDA 2014)

§20 (2) Apothekenbetriebsordnung: (2) Bei der Information und Beratung über Arzneimittel müssen insbesondere Aspekte der Arzneimittelsicherheit berücksichtigt werden. Die Beratung muss die notwendigen Informationen über die sachgerechte Anwendung des Arzneimittels umfassen, soweit erforderlich, auch über eventuelle Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen, die sich aus den Angaben auf der Verschreibung sowie den Angaben des Patienten oder Kunden ergeben, und über die sachgerechte Aufbewahrung oder Entsorgung des Arzneimittels. Bei der Abgabe von Arzneimitteln an einen Patienten oder anderen Kunden ist durch Nachfrage auch festzustellen, inwieweit dieser gegebenenfalls weiteren Informations- und Beratungsbedarf hat und eine entsprechende Beratung anzubieten. (Quelle: Apothekenbetriebsordnung)

1.000.000 € Schmerzensgeld [= Beliebige Summe ]: „Grundsätzlich haftet ein Apotheker immer dann, wenn er grob fahrlässig ein falsches Medikament abgibt und der Patient dadurch einen Schaden erleidet. Dem Patienten stehen dann Schadensersatzansprüche zu und unter Umständen kann der Geschädigte sogar einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben. Der Apotheker bzw. die Apothekerin sind für Fehler der Angestellten, also auch der PTA, verantwortlich. Ein „grob fahrlässiges“ Verhalten wird dem Apotheker immer dann vorzuhalten sein, wenn er oder seine Angestellten den Warn- oder Hinweispflichten nicht nachkommen. Hierfür muss immer der einzelne Sachverhalt beurteilt werden, grundsätzlich jedoch kann der Apotheker auch haften, wenn ein Erkältungsmittel abgegeben wird, dass die Fahruntüchtigkeit zur Folge hat und der Patient darauf nicht hingewiesen wird.“ (Quelle: PTA digital und MMK + Partner Rechtsanwälte)

 

Sie haben sich bis hierhin durch den Text gekämpft? Glückwunsch, Sie sind wirklich an dem Thema interessiert 🙂

Interview mit Herrn Hilmer vom Deutscher Apotheken Service

Im Leben passiert andauernd etwas Neues: Die Elternzeit endet, eine Apothekenschließung findet statt oder in einem entwickelt sich einfach nur der Wunsch nach frischem Wind um die Nase. Eine Internetsuche führt immer häufiger zu Plattformen für Apothekenjobs. Ich hatte vor Kurzem die Gelegenheit,  mehr über die Plattform Deutscher Apotheken Service zu erfahren. Und zwar bei einem Interview mit dem Leiter Herrn Hilmer.

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Lieber Herr Hilmer, möchten Sie sich und Ihre Firma einmal vorstellen. Wer sind Sie und was machen Sie?

 

Mein Name ist Patrick Hilmer und ich leite den Deutschen Apotheker Service. Wir betreiben eine Plattform, über die wir für Apotheken Stellenangebote für Apotheker, PTA und PKA besetzen. Wir sind allerdings keine Jobbörse, sondern eher eine Personalvermittlung, die Kunden und Bewerber intensiv betreut. Um einem Missverständnis vorzubeugen: Wir bieten keine Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung an, wir stellen lediglich den Kontakt her. Schon etwas länger betreibt unser Unternehmen ähnliche Plattformen unter anderem für Zahnärzte und Hausärzte. Im Frühjahr dieses Jahres sind wir nun mit diesem Service für Apotheker gestartet, erst in Nordrhein-Westfalen, dann bundesweit. Ich selbst habe vorher an den Universitäten Mannheim und Bielefeld Wirtschaft studiert und auch schon als Werkstudent bei unserem Unternehmen gearbeitet.

 

Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrer Plattform „Gesundheit und Personal“ beziehungsweise „Deutscher Apotheker Service“ und welch einzigartigen Vorteile bringt Ihr Angebot genau?

 

Die Ursprünge für die erste Plattform, den Deutschen Zahnarzt Service, liegen nun schon ein paar Jahre zurück. Mein Kollege lag damals bei seinem Zahnarzt im Stuhl und sie kamen auf die problematische Personalsuche der Praxis zu sprechen. Damals entstand die Idee für einen professionellen Service für Zahnarztpraxen. Da wir auch immer weitere Anfragen aus den anderen Bereichen des Gesundheitswesens bekamen, haben wir dann weitere Plattformen wie eben den Deutschen Apotheker Service gestartet. „Gesundheit und Personal“ ist der Name des Unternehmens, das hinter den verschiedenen Plattformen und Teams steht.

 

Für Bewerber liegt der Vorteil vor allem darin, dass sie sich bei uns registrieren können und wir ihre Wünsche dann automatisch mit passenden Stellenangeboten unserer Kunden abgleichen. Man braucht also selbst keine Stellenangebote suchen, die ja auch häufig nicht öffentlich sind. Außerdem muss man weniger Zeit aufwenden, als es für eine einzelne Bewerbung notwendig wäre, bewirbt sich aber quasi gleichzeitig bei vielen passenden Stellen – wobei wir die Kontaktdaten von Bewerbern immer nur nach ihrer Zustimmung an Apotheken weiterleiten. Im ersten Schritt bewerben sich unsere Kunden quasi bei unseren Kandidaten. Es ist für Apotheker, PTA und PKA, die auf Stellensuche sind, also eine sehr effiziente Art der Jobsuche.

 

Ebenso ist es auch für Apotheken sehr effizient, über uns ihre Stellenangebote zu besetzen, da es bei uns das laufende Geschäft ist und wir den Apotheken außer der Personalauswahl sämtliche Schritte abnehmen. Häufig haben wir sogar schon die richtigen Bewerber in unserer Datenbank – schneller geht es kaum.

 

Bieten Sie auch Möglichkeiten an, Positionen für Jobsharing zu finden? Weshalb oder weshalb nicht?

 

Ich möchte mal mit einem „Jein“ antworten. Prinzipiell ist dies bei unserem System natürlich möglich, wenn die Apotheke dies möchte oder zumindest mitmacht. Allerdings hatten wir bislang noch keine Anfragen in diese Richtung, eher sind noch klassische Teilzeit-Anfragen in unserer Branche üblich, so mein Eindruck.

 

Wie unterscheidet sich Ihr Angebot vom Wettbewerb?

 

Um das seriös zu beantworten, müsste ich mehr Informationen über andere Unternehmen im Markt haben, denke ich.

 

Welche Herausforderungen hatten Sie bei der der Entwicklung?

 

Bislang sind wir glücklicherweise von größeren Herausforderungen im Sinne von Problemen verschont geblieben. Wir profitieren da natürlich sehr von den Erfahrungen unserer Schwesterplattformen und shared services vor allem in Sachen Administration, Marketing und Technik. Generell ist es natürlich so, dass wir den Arbeitsmarkt zwar beschleunigen, aber nicht umkehren können. Das heißt: In weniger dicht besiedelten Regionen, werden auch wir nicht zehn perfekte Bewerber finden, die nur noch anfangen müssen, auch wenn das natürlich der Wunsch des Kunden wäre. Wir können in diesen Regionen unseren Kunden aber helfen, dass jemand, der sich für den Standort interessiert, von der Stellensuche unseres Kunden erfährt.

 

Wann haben Sie den ersten Job vermittelt und wie viele haben Sie bisher vermittelt?

 

Über allgemeine Zahlen geben wir grundsätzlich keine Auskunft, wir messen intern in der Regel auch eher nach relativen Zahlen, da wir sie für aussagekräftiger halten. Die erste Vermittlung, eine PTA, erfolgt allerdings relativ direkt nach dem Markteintritt im Frühjahr, etwa vier Wochen, nachdem wir online gegangen waren.

 

Es gibt eine große Anzahl älterer Apothekeninhaber, die ihre Apotheke mangels geeigneter Nachfolge demnächst schließen müssen. Zudem spricht man von einem PTA Mangel. Wie sehen Ihre Erfahrungen aus und sehen Sie eine Möglichkeit die Berufe attraktiver zu gestalten?

 

Beides sind unseres Erachtens reale Probleme. Aber auch hier muss man sich die Thematiken sehr im Detail anschauen, denn es gibt große regionale Unterschiede. Einige Standorte sind sehr beliebt, da gibt es fast schon ein Überangebot an Fachkräften, in anderen Regionen, vor allem ländlichen, sieht dies natürlich anders aus. Bei den PTA bin ich mir nicht sicher, ob ein PTA-Mangel existiert oder ob es nicht auch häufig ein Gap zwischen Erwartungen an eine PTA oder ihren realen Leistungsmöglichkeiten gibt. Bei einem generellen Mangel an PTA würden meines Erachtens die Vergütungen der PTA schneller oder deutlicher steigen. Ein Problem ist sicher, dass anders als „früher“, immer mehr junge Menschen studieren möchten und eine Ausbildung zur PTA daher häufig nicht in Betracht gezogen wird, was ich persönlich sehr schade finde. Eine Möglichkeit, den Beruf attraktiver zu gestalten, wäre daher vielleicht der Aufbau einer größeren Reputation dieses Berufsfeldes, zum Beispiel über Imagekampagnen.

 

Was war zuerst da: Ihr Blog, in dem Sie sich an Angestellte der Offizin wenden, interessante Themen aufbereiten und Tipps und Tricks zum Arbeitsalltag geben oder die eigene Geschäftsidee?

 

Die Geschäftsidee. Wir haben dann aber schnell mit dem Blog nachgezogen, da sich gezeigt hat, das ein großes Interesse an verschiedenen Themen rund um das Berufsfeld und das Arbeitsleben besteht. Wir werden da zukünftig auch noch mehr machen.

 

Wie viele PTAs und Apotheker lesen Ihren Blog mittlerweile?

 

Das kommt sehr stark auf das jeweilige Thema an. Aber die Entwicklung ist jedenfalls so, dass wir einige Themen noch genauer beleuchten werden.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

 

Für den Deutschen Apotheker Service speziell: Dass wir weiter so wachsen wie bislang und noch viele Stellenangebote für Apotheker, PTA und PKA besetzen.

 

Vielen Dank für das Interview, lieber Herr Hilmer!

Getragen

Schon seit Anfang des Jahres wollte ich einen weiteren Blogeintrag schreiben. Damals beflügelt von meinem wunderbaren neuen Büro in einer alten Fabrik und einem tollen Großkundenauftrag. Ich wollte den Bogen aus der Entstehungsgeschichte der Fabrik und dem ersten Auftrag in diesen neu bezogenen Räumlichkeiten spannen:

Die sogenannte Couvertierfabrik Mayer-Alberti wurde 1862 gegründet und wurde zu einer der größten Briefumschlagfabriken Europas. Im zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik „arisiert“ und die jüdischen Besitzer flohen in die USA. Danach zerstörte ein Luftangriff Teile der Fabrik. Die Fabrik stand jahrelang leer, bis in den 8oer Jahren Theatergruppen begannen damit, die Räumlichkeiten für ihre Proben zu nutzen. Sie legten damit den Grundstein für die heutige Kulturfabrik (KuFa) in der mittlerweile auch viele andere „Kreative Köpfe“ ihr Quartier bezogen. Circa 30 Jahre nach der „Wiederbelebung“ und 150 Jahre nach der Gründung der Couvertierfabrik Mayer-Alberti zog ich also hier ein.

Als ich den oben erwähnten Großkundenauftrag erhielt, war ich natürlich überglücklich und gleichzeitig sehr gerührt: Denn die Blöckchen sollten mitsamt einer Begleitkarte in 6.000 einzelne Umschläge verpackt werden. In einer alten Couvertierfabrik werden tausende Umschläge mit Beratungsblöckchen für viele Apotheken gepackt. Vielleicht war dies der erste Kontaktpunkt der Fabrik zu einer recht großen Menge an Umschlägen seit dem Krieg? Ich selbst bin ein großer Fan der „Schneckenpost“ und Papeterie jeder Art und fand diese kleine Würdigung des ursprünglichen Fabrikgeistes unglaublich schön. Ich hatte auch schon überlegt, die Nachkommen der Familie Mayer-Alberti in den USA ausfindig zu machen und sie über die Menschen zu informieren, die das Gebäude heute beleben und lieben. Aber man weiß ja nie, wie sehr man alte Wunden aufreißt, wenn man sich mit den Familienverhältnissen nicht genauestens auskennt und dieses furchtbare Kapitel aus der Vergangenheit anspricht.

Die Aktion verlief sehr gut. Überraschend viele Apotheken gaben sehr gutes Feedback – was den Kunden (und mich) sehr glücklich stimmte. Auch wenn Apotheker in allgemeinen Umfragen angeben, Marketing- und Beratungsmaßnahmen werden wohl einen zunehmend höheren Stellenwert erhalten, so zeigt erst die tatsächliche Handlung, ob dies auch so gelebt wird. Ich war deshalb motiviert, mit Apothekengeflüster® weiter zu machen.

Nun sind 12 Monate wie im Flug vergangen. Ich bin glücklich, dass die ersten beiden Gründungsjahre hinter mir liegen. Besonders das Jahr 2016 hat gezeigt, dass Loslassen an den richtigen Stellen, Durchhaltevermögen an anderen Stellen und Flexibilität im Denken und Handeln zu wunderbaren neuen Orten führen kann – von denen man vorher nicht wusste, dass diese überhaupt existieren. Apothekengeflüster® hat sich anders entwickelt als gedacht – und hat auch mich anders entwickelt als gedacht.

Ich danke all meinen Kunden und Geschäftspartnern für den regen Gedankenaustausch und für die Offenheit und Umsetzung neuer Ideen sowie für das entgegengebrachte Vertrauen. Es bereichert mich sehr, die gute Erfahrung machen zu dürfen, dass man als „One-Woman-Show“ neue Ideen in die Welt tragen kann – und vor allen Dingen, das es Menschen gibt, die diese Ideen unterstützen und immer weiter tragen. Ich danke insbesondere den Personen und Geschäftspartnern, die mich genau an den richtigen Stellen weiter getragen haben. Von diesem Fundament ausgehend und von neuen Ideen inspiriert blicke ich gespannt auf das herannahende Jahr 2017.

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch!

Viele Grüße von der Geschäftsflüsterin Kerstin Hinck

Wichtige Websites für Apotheker und PTA

Hier entsteht eine Sammlung von Websites, die von besonderem Nutzen für PTA und Apotheker sind oder Kunden empfohlen werden können.

 

Auf dieser Internetseite können Patienten unerwünschte Arzneimittelwirkungen melden:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte & Paul-Ehrlich Institut – Meldung zu einem Verdachtsfall auf eine Arzneimittelnebenwirkung

 

Rote Liste: Hier gibt es Gebrauchsinformationen – Packungsbeilagen – Beipackzettel

Rote Liste Patienteninfo-Service

Fortbildungsangebote für PTA und Apotheker

Liebe/r PTA und Apotheker/in,

autodidaktisches Lernen faszinierte mich schon immer. Selbst nach Abschluss meines anstrengenden akademischem Fernstudiums zur europäischen Betriebswirtin ist mein Wissensdurst noch längst nicht gestillt. So habe ich mir im letzten Jahr – eher für private Zwecke – ein Onlinestudium im Bereich des Grafikdesigns „gegönnt“. Fasziniert bin ich derzeit von den wachsenden digitalen Angebot für pharmazeutische und medizinische CME Fortbildungen und Weiterbildungen (Continued Medical Education). Damit bewahrt man im Rausch der Informationen wichtige Ein- und Überblicke. Nachfolgend finden Sie meine Linksammlung zu Fortbildungsplattformen von pharmazeutischen Verbänden, medizinischen Verlagen, Pharmaunternehmen, Werbeagenturen und sonstigen Akteuren im Markt:

 

Das Deutsche Apotheken Portal (DAP) bietet wechselnde, zertifizierte Fortbildungen und Wissenschecks sowie praktische Beratungskarten:

Deutsches Apotheken Portal Wissenscheck

Deutsches Apotheken Portal Beratungskarte

 

Interdisziplinäre Fortbildungen hält die Redaktion des Magazins Apotheke+Marketing aus dem Hause Springer Medizin Verlag für Apotheker und PTA bereit.

Apotheke+Marketing – Fortbildungen

 

Dem Verlagshaus Springer Medizin entstammt des Weiteren die Fachzeitschrift ‚Das PTA Magazin‚. Hier gibt es für PTA und wissbegierige Apotheker immer wieder neue Impulse, die die pharmazeutische Beratung erweitern und erleichtern.

Das PTA Magazin – Fortbildungen

 

Der Bundesverband für PTA bietet verschiedene zertifizierte Print- und digitale Fortbildungen an. Gesammelt werden BAK und bvPTA Fortbildungspunkte.

BVpta Fortbildungsangebot

 

Ratiopharm gibt auf dem Ratiopharm CAMPUS auch ganz viel Wissen preis.

Ratiopharm CAMPUS

 

Auf der Website der Zeitschrift ptaheute vom Deutschen Apotheker Verlag gibt es E-Learnings, Webinare, BAK zertifizierte Kurse und vieles mehr.

ptaheute Online Fortbildungen

 

Boehringer Ingelheim’s Selfmedic Plattform bzw. das pia colleg bietet indikationsbezogene Updates und Schulungen.

Selfmedic E-Learnings von Boehringer Ingelheim

 

In Boehringer Ingelheim’s Thomae Akademie gibt es eine Auswahl an betriebswirtschaftlichen Seminaren für Apothekenmitarbeiter.

Thomae Akademie von Boehringer Ingelheim

 

Zentiva bietet von der Bundesapothekerkammer akkreditierte Fortbildungen an:

Zentiva Fortbildungen

 

Omniamed  – eine bekannte Mediziner CME Plattform – veranstaltet ein Update für Pharmazeuten und lädt zu kostenlosen Seminaren für PTA und Apotheker ein, die in verschiedenen Großstädten stattfinden. Hier lernt man, woraus der OTC-Wissenscocktail besteht.

Omniamed CME Lernplattform für Ärzte

Live-Fortbildungen für Apotheker und PTA gibt es auf dieser Website.

Online-Fortbildungen für Apotheker und PTA sind hier zu finden.

 

Der Springer Medizin Verlag bietet die e.College Plattform als Informationsplattform für die pharmazeutische Industrie.

Springermedizin e.College

 

Die Deutsche Apotheker Zeitung hält knackige Beratungsquickies bereit.

Deutsche Apotheker Zeitung Beratungsquickie

 

In der GEHE Point Akademie sind Schulungen für mehr Beratungs- und Produktkompetenz sowie Schlüsselkompetenzen für die Apothekenpraxis hinterlegt.

GEHE POINT Akademie

 

Neu ist der PTA-Channel von Wefra, der unter dem Motto „Let me edutain you“ Erklärfilme zu verschiedenen Arzneimitteln bietet.

PTA Channel von Wefra

 

Apothekia belohnt Fortbildungswütige mit Shoppinggutscheinen

Apothekia Produktschulungen

 

Pharmabrain, die Beschreibung: „In diesem Portal bieten Ihnen Dr. Anna Laven und Kollegen in E-Learnings und Live-Online-Seminaren medizinisch-pharmazeutisches Fachwissen, Arzneimittelwissen und spezielle Kommunikation für den Einsatz im Apothekenalltag an. Ergänzt wird dieses Angebot durch Live-Seminare, Trainings und Business-Coaching.“

Pharmabrain

 

Das Apotheken Management Institut (AMI) bietet Print-Fortbildungen im pharmazeutischen als auch im Managementbereich an. Die Kurse sind tiefgreifend aber praxisnah.  PTA und Apotheker können bis zu 7 Fortbildungspunkte sammeln.

Apothekenzukunft vom Apotheken Management Institut

 

Auch in der Johnson & Johnson Akademie werden Sie zum Beratungsprofi.

Johnson&Johnson Akademie

 

Bei Pharma4u kommen die grauen Zellen bei Live-Webinaren in Schwung.

Pharma4u Webinare

 

Neben diversen Fortbildungen für Ärzte bietet der CME-Verlag auch Apothekern und PTA zertifizierte Aufbauschulungen an.

CME-Kurs.de

 

Wer die Live-Vorträge der Pharmaworld auf der Expopharm zu sich ins Wohnzimmer holen möchte, der kann dies über den entsprechenden Youtube Kanal tun:

Pharmaworld Expopharm

 

AbZ Pharma frischt mit bunten und knackigen Erklärvideos Wissen über pharmazeutische Wirkungsweisen auf. Mit ein bisschen Stolz auf der Brust möchte ich kurz dazusagen, dass die Idee, pharmazeutisches Wissen in Form meiner beliebten Kindheitserinnerung „Es war einmal das Leben“ zu erklären, von mir stammt und freudig aufgenommen wurde. Zudem habe ich auch einige der Drehbücher getextet. Danke, AbZ Pharma, es hat Spaß gemacht! (Und ich wünsche den Betrachtern ebenso viel Freude!)

AbZ Pharma Erklärvideos

 

Völlig frei von Produktwerbung und Finanzierungen der Pharmaindustrie sollen die Fortbildungsangebote bei Semedi sein. – Natürlich können die Fortbildungen deshalb nicht kostenlos angeboten werden. Allerdings irritiert mich, dass beispielsweise die „PTA Naturheilkunde Berater“ Fortbildung von den Firmen Schwabe Pharma Deutschland und der DHU (Deutschen Homöopathie Union) empfohlen wird (Siehe Flyer, 1. Seite).  Auf den ersten Blick scheint der Schwerpunkt auf Naturheilkunde und Homöopathie zu liegen, sogar für Ärzte gibt es eine Fortbildung für naturheilkundliche Schmerzmedizin. (Hinzugefügt am 27.11.2017)

Semedi

 

Eine Weiterbildung zur Pharmazieökonom/in kann man in zwei Semestern an der FH Schmalkalden ablegen.

Pharmazieökonom FH Schmalkalden

 

An der Rheinischen Fachhochschule in Köln kann man ein akademisches Studium in Medizinökonomie oder Pharmazieökonomie absolvieren.

Pharmazieökonomie und Medizinökonomie Rheinische Fachhochschule Köln

 

to be continued…

 

Fröhliches Lernen und stetiges Horizont erweitern wünsche ich Ihnen!

10 Fakten, die jeder über Doxycyclin wissen sollte!

Ein Medikament wirkt nur, wenn es auch korrekt eingenommen wird.

Wir starten unsere Infografik Reihe mit Doxycyclin – dem leider vermeintlichen Bestseller für banale grippale (virale…) Infekte.

Sie kennen ja unsere Herzensangelegenheit: Antibiotikaresistenzen. Bitte überprüfen Sie – ganz ohne wirtschaftliches Interesse und mit viel Geschick bei der Überzeugung von Arzt und Patient – ob der Patient das Antibiotikum tatsächlich einnehmen muss. Herzlichen Dank im Namen der Weltbevölkerung.

Wir präsentieren stolz die Beratungstafel zu Doxycyclin als pdf:

Doxycyclin

Bei Gefallen der Grafik freue ich mich über eine kleine Spende. Ich habe diese Grafik ohne Sponsor aus der Pharmaindustrie erstellt. Aufgrund der neutralen Perspektive stellt sie eine Besonderheit im Bereich der Pharmazie dar.

Postbank Dortmund | IBAN: DE21 4401 0046 0191 3624 61 – Der Betrag für einen spendierten Kaffee reicht schon, herzlichen Dank! Auf Wunsch veröffentliche ich Sie auf dieser Website gerne als Sponsor der Infografik.

Ein sehr sehenswertes Video über Antibiotikaresistenzen gibt es hier (auf Englisch mit Untertitel):

Herzliche Grüße und eine gute Woche,

Ihre Kerstin Hinck

10 Tipps zur Verkaufspsychologie in Apotheken

Prof. Dr. Gerhard F. Riegl hat in einer groß angelegten Studie festgestellt, dass Apothekenkunden Sicherheit, Vertrauen und Geborgenheit in Gesundheitsfragen suchen. Für Sie bedeuten diese Kundenwünsche also, dass Sie der Problemlöser mit hohem Einfühlungsvermögen sein sollten. Aber wie funktioniert das überhaupt? Das pharmazeutische Chemielabor trifft auf das ebenso essenzielle Kommunikationslabor:

1. Seien Sie authentisch.

Ihr Kunde erkennt sofort, ob Sie ihm ernsthaft helfen möchten. Unsere Gehirne und unser Bauchgefühl erkennen sekundenschnell, ob das Gegenüber authentisch ist – oder nicht. Auch Unstimmigkeiten im Privatleben und Streit im Apothekenteam werden übrigens am anderen Ende des HV-Tisches sehr schnell wahrgenommen!

2. Betreten Sie die Welt des Kunden.

 Ihr Kunde kommt zwar in Ihre Apotheke, er will aber, dass Sie seine Welt sehen; dass Sie sich in ihn hineinfühlen. Seien Sie emphatisch und holen Sie ihn emotional ab. Menschen mögen Menschen, die gleich sind. Suchen Sie Gemeinsamkeiten und teilen Sie beispielsweise Ihr Mitgefühl mit, wenn Sie die Krankheit aus eigener Erfahrung oder von nahen Bekannten kennen. Teilen Sie ihm mit, dass Sie wissen, wie hinderlich die Krankheit für ihn gerade sein muss. Ihr Kunde wünscht sich in seinem Leid verstanden zu fühlen – und zwar erstmal nicht auf fachlich-pharmazeutischer Ebene, sondern zuerst auf zwischenmenschlicher Ebene!  Finden Sie ein paar persönliche Worte für jeden Kunden und zwar unabhängig von der pharmazeutischen Beratung. Vielleicht wissen Sie ja auch noch seinen Namen oder Präparate seines letzten Einkaufs? Lassen Sie Ihren Kunden ankommen und von seinem Leid berichten und vermitteln Sie mit verständnisvollen Worten größtmögliche Sicherheit und Geborgenheit, bevor Sie dann zu den pharmazeutischen W-Fragen überleiten.


Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Germanwings hat es mit einer schönen Portion Wortwitz verstanden, ihre Kunden in einer sehr unangenehmen Situation emotional abzuholen. Anstelle anonymer, weißer Tüten wird auf das nur allzu menschliche Problem emotional eingegangen:

Germanwings_Bauchgefühl

Germanwings 2014 – Emotionale Kommunikation.

Germanwings_nicht persönlich nehmen

Germanwings 2014 – Emotionale Kommunikation.

3.Nehmen Sie die Belange des Kunden wirklich wichtig.

 Ja, Sie arbeiten in einer Apotheke und hören täglich dieselben Klagelieder der Patienten und die Bandbreite ist bunt. Sie haben einen Beruf in der Gesundheitsbranche beziehungsweise Krankheitsbranche für sich gewählt und kranke Personen gehören zu Ihrem täglich Brot. Für Ihre Patienten ist die Krankheit hingegen eine (manchmal andauernde) Ausnahmesituation. Dabei gibt es Tumorpatienten die äußerst zäh und lebensfroh wirken und es gibt Schnupfenpatienten, die weinerlich wirken. Das jeweilige Verhalten ist eine Lebenseinstellung und Entscheidung, die die Patienten für sich selbst aktiv getroffen haben oder aber aufgrund ihres derzeitigen seelischen oder körperlichen Energiehaushalts zu leben imstande sind. Egal, wie sich Ihre Kunden Ihnen gegenüber verhalten, jeder hat eine persönliche und nicht vergleichbare Leidempfindung. Halten Sie Abstand zu einer subjektiven Einordnung des Leidenslevels IhrerPatienten undversuchen Sie, jeden Ihrer Kunden in ihrem individuellen Leid gleich ernst zu nehmen und wirklich zu verstehen.

4. Probleme sind die Normalität.

Ja, genau! Diese realistische Perspektive erleichtert die Denkweise über unsere alltäglichen Probleme. Das etwas auf Anhieb glatt läuft ist zwar immer erstrebenswert aber bleibt – aufgrund der hohen Komplexität – die Ausnahme. Kennen Sie den treffenden Spruch „das Leben ist kein Ponyhof“? Wonach sehnen sich Ihre Kunden? Nach dem Ponyhof! Im Sinne vom nicht Vorhandensein von Problemen. Nur mit einer zuverlässigen Hilfestellung und dem Wissen von Menschen, die sich sehr gut auskennen – Spezialisten – werden die zigtausend täglich zu treffenden Entscheidungen erleichtert. So können Probleme verhindert oder zuverlässig gelöst werden. Wir wünschen uns zugleich eine Risikominimierung für falsche Entscheidungen. Denn wie wir wissen, werden unerwünschte Konsequenzen häufig zu zeit- und nervenaufreibenden Folgeproblemen. Einfachheit ist der neue Luxus. Genau mit dieser Leistung können Sie auf Ihrem Fachgebiet – dem „Arzneimitteldschungel“ – brillieren. Eine Zwischenfrage: Was wünschen Sie sich von Ihrem Steuerberater? Vielleicht einwandfreie Arbeit, immer aktuelles Steuerwissen, vorteilhaftes handeln in Ihrem Sinne, Erinnerungen an wichtige Dinge, absolute Einfachheit im Steuerdschungel für Sie? Setzen Sie diese Wünsche in Ihrer Apotheke um. Eine zuverlässige Navigation durch ein komplexes Fachgebiet schafft Mehrwert und Geborgenheit für den Kunden. Sie sind der persönliche Trainer, Berater und Coach für Ihre Kunden. Nehmen Sie ihn unter Ihre sicheren Fittiche und motivieren Sie ihn, um seine bestmögliche Form (wieder) zu finden.

5. Besuchen Sie Fortbildungen.

Wie aus aktuellen Meldungen hervorgeht, ist es für uns pharmazeutisches Personal nicht leicht, unser Wissen immer auf dem aktuellsten Stand der pharmazeutischen Wissenschaft zu halten. Wir sind aufgrund unserem Beratungsauftrag dazu verpflichtet, neues Wissen nach der Ausbildung und dem Studium selbst weiter anzueignen – und das in unserer Freizeit. Weder die Wissenschaft noch die Produktabteilungen der Pharmaindustrie stehen still – und das ist gut so. Sehen Sie das Lernen als eine Investition in Ihre Zukunft. Wer nicht mehr dazulernt, der bleibt nicht nur stehen, sondern fällt sogar zurück. Es gibt viele Vorteile für neues (Fach-)Wissen: Das eigene Auftreten gegenüber Kunden wird automatisch sicherer und bei herausragender Leistung wird auch Ihre Verhandlungsposition gegenüber Ihrem Chef oder Kollegen besser. Und wenn nicht in dieser Apotheke, dann in einer anderen – für einen Wechsel sind Sie mit viel Brainpower auch besser gewappnet. 

6. Kommunizieren Sie immer den persönlichen Nutzen.

Eine ganz wichtige Kommunikationstechnik, das Leben des Patienten umgehend zu verbessern ist – neben der treffenden Präparatewahl – die Kommunikation des persönlichen Nutzens für jeden Patienten. Wie wir alle durch die Placebostudien wissen, ist die psychische Einstellung bei der Medikamenteneinnahme sehr relevant für die Wirkung. z.B.: „Mit diesem Medikament fühlen Sie sich bald schon wieder viel besser. Ihre Schmerzen hören auf und Sie können sich wieder voll und ganz auf Ihre Arbeit konzentrieren.“ Die pharmazeutische Wirkung wird nur erwähnt, da diese den Kundennutzen herbeiführt (Kundennutzen z.B.: er kann wieder arbeiten, er fühlt sich fitter). Bitte unbedingt zwischen pharmazeutischer Wirkung und persönlichem Nutzen unterscheiden und den Nutzen aussprechen! Die Kommunikation des persönlichen Nutzen stellt für den Kunden seine eigentliche Problemlösung dar. Dem Kunden ist es relativ egal, wie ein Medikament wirkt, ihm ist in erster Linie wichtig, was er für seinen persönlichen Alltag gewinnt. Gleichzeitig untermauert die Nutzenkommunikation das Vertrauen in Ihr Fachwissen und Ihre Apotheke.

7. Passen Sie sich Ihren Kunden an.

Stimme, Sprechtempo, Körperhaltung, Vokabular. Nähern Sie sich dem Verhalten Ihrer Kunden weitestgehend aber unbedingt authentisch an. Halten Sie Blickkontakt, ohne Ihren Kunden jedoch anzustarren. Und wenn Sie beispielsweise im Computer etwas nachschauen müssen, dann erklären Sie dies dem Kunden unbedingt!

8. Das Beste im Anderen suchen.

Alle Menschen sind andersartig und nicht jeder Mensch ist einem auf Anhieb symphatisch! Es gibt einen Trick von Kommunikationsexperten: Suchen Sie immer zumindest eine Eigenschaft, die den jeweiligen Kunden für Sie wertvoll macht. Bei manchen Kunden fällt Ihnen das leichter, bei anderen wiederum sehr schwer, aber bleiben Sie am Ball, das ist ganz normal!

8. Reden Sie weniger als ihr Kunde.

Üben Sie ihr aktives Zuhören und gezieltes Nachfragen. Wer fragt, der führt.

9. Verabschieden Sie sich sehr freundlich.

Ihnen nützt der beste erste Eindruck nichts, wenn Sie dies mit einer schlechten Verabschiedung wieder zunichte machen. Der letzte Eindruck entscheidet über die nächste Apothekenwahl mindestens genauso stark, wie der erste Eindruck! Vollenden Sie das Einkaufserlebnis mit einer herzlichen Verabschiedung, bei der Sie Ihren Kunden ansehen. Gucken Sie nicht schon den nächsten Kunden in der Schlange an oder begrüßen diesen gar schon – dies wirkt wie ein Rausschmiss gegenüber Ihrem aktuellen Kunden. Denken Sie immer daran: Ihre Verabschiedungen bleiben Ihrem Kunden in Erinnerung!

 

 

Apothekengeflüster® ist in der Februarausgabe von Apotheke+Marketing!

Liebe Apothekerinnen, Apotheker und PTAs,

wir freuen uns sehr über Ihre super Resonanz zu Apothekengeflüster®! Vielen lieben Dank auch an die Redaktion von Apotheke+Marketing für diesen tollen Beitrag über uns!

Und für alle, die Apothekengeflüster® dort noch nicht gesehen haben, gibt es hier die Kopie und weiter unten den Link zum Originalartikel!

(Presse)

Apothekengeflüster in Apotheke und Marketing Februar 2015

Bitte hier klicken, um zum Originalartikel zu gelangen.

Geflüsterte Grüße aus Köln in die Apotheken der Republik sendet Ihre

Kerstin Hinck

 

Quelle: http://www.springer-gup.de/media/pdf/fuer_alle_lesbar/AuM/aum_2015/02_15/02aum_45-48.pdf (zuletzt gesehen am 21.02.2015)

Guten Tag liebe Pharmazeuties,

haben Sie schon die Kapselfüllmaschine für die Silvester-Glitzerkapseln rausgeholt? Nein? Ja dann schnell ab in die Rezeptur und standesgemäß losglitzern! Hurrah!

Glitzerkapseln

Bildquelle: https://adventuresinfutilityandknitting.wordpress.com/2013/02/14/diy-glitter-pills/